KINOTOUR 2018

„In Bayern daheim, in der Welt zu Gast“

Von Überfliegern und Suchenden

Bayerisch und weltoffen zugleich – das ist das B/O/F/F 2018. Das Festival-Format zeigt Abenteuerfilme, die auf ihre Weise mit Bayern zu tun haben: Entweder sind die Protagonisten aus dem Freistaat, und/oder die Filmemacher, und/oder der Streifen wurde in den Bayerischen Alpen gedreht.

Erklärtes Ziel der B/O/F/F ist es, auf dem gemeinsamen Nenner Bayern eine besondere Nähe zwischen Festivalbesuchern, Bergsportlern, Protagonisten, Filmemachern sowie Vertretern von Industrie und Medien herzustellen. Das B/O/F/F steht für eine Atmosphäre, die die Freude an der Heimat mit der Lust auf die Fremde verbindet – zu einer Mischung, aus der neue Abenteuer und Projekte wachsen können.

Bei aller Liebe zur Heimat ist das B/O/F/F erklärtermaßen weltgewandt – die Schauplätze der 2018 präsentierten Ski-, Kletter- und Mountainbike-Filme liegen zwischen grandiosen Wänden in den patagonischen Anden und dem Gran Paradiso in den Grajischen Alpen. Das jeweils Bayerische formt die Klammer, die eine Vielfalt an Menschen, Orten und Themen zusammenhält.

Die auf der B/O/F/F präsentierten Filme erzählen mittels eindrucksvoller Landschafts- und Aktionsaufnahmen über die Bildebene hinaus Geschichten, die dem Zuseher im Gedächtnis bleiben. „Reine Actionfilme sprechen immer weniger Zuschauer an, zu groß ist mittlerweile die Schwemme an effekthaschenden Movies auf Videoportalen und in den sozialen Netzwerken“, sagt Andreas Prielmaier, Filmemacher, Freerider und einer der beiden Festivalorganisatoren. Sein Kompagnon Tom Dauer, Alpinist, Autor und Filmemacher, ergänzt: „Wir glauben, dass wir uns mit der Konzentration auf bayerische Macher und Inhalte in den kommenden Jahren ein großes Spektrum an guten Geschichten erschließen werden.“

Ab April 2018 kommt das neue Festivalformat B/O/F/F in die Kinos!

B/O/F/F Programm 2018

RIDERS ON THE STORM

Klettern / Expedition
Patagonien / 20 Min. / Made by nomads
mit: Ines Papert, Berchtesgaden, Mayan Smith-Gobat, Erlangen; von: Franz Walter, Immenstadt

Zwei Frauen stellen sich einer großen Herausforderung: Am Torre Central in der patagonischen Paine-Gruppe wollen Ines Papert und Mayan Smith-Goban die Route „Riders on the Storm“ frei klettern.

Im Jahr 1991 erschlossen die Kletterikonen Wolfgang Güllich, Kurt Albert und Bernd Arnold mit Norbert Bätz und Peter Dittrich eine Route am Torre Central der Paine-Gruppe, die sie „Riders on the Storm“ nannten. Der Name ist Programm – aufgrund des notorisch schlechten Wetters und der patagonischen Stürme wurde die Linie bis heute nur fünf Mal wiederholt. Die Berchtesgadenerin Ines Papert und die gebürtige Neuseeländerin Mayan Smith-Gobat haben sich 25 Jahre nach der Erstbegehung vorgenommen, „Riders on the Storm“ frei zu klettern. Begleitet vom Schweizer Kameramann Thomas Senf scheitern sie nur knapp an ihrem Ziel. Froh sind sie dennoch, haben sie doch gefährliche Situationen heil überstanden. Der Allgäuer Filmemacher Franz Walter kreierte aus authentischen Filmaufnahmen und einem persönlichen Text von Mayan Smith-Gobat einen poetischen Kurzfilm.

E-MTB TRANSALP –
DAS EXPERIMENT

MTB
Alpen / 15 Min. / die Freireiter
mit: Guido Tschugg, Chiemgau / Christian Placzek, Berchtesgaden; von und mit: Andi Prielmaier, Hausham

Diese Transalp ist ein Experiment – ein Team versierter Rider versucht, auf Singletrails und E-Mountainbikes vom bayerischen Eibsee nach Venedig zu radeln.

Wieso tun Menschen Dinge? Um Erfolg zu haben? Für Geld? Um der Erste zu sein? Oder aus purer Leidenschaft? In diesem Fall sind die Motivationen unterschiedlich. MTB-Experte Andreas Prielmaier will Neues ausprobieren. Ist es möglich, mit E-Mountainbikes vom Eibsee bis nach Venedig zu radeln? Guido Tschugg, amtierender Downhill-Weltmeister, will dagegen nur eins: Singletrails! Dimitri Lehner, Chefredakteur des Magazins „Freeride“, will die Geländegängigkeit von E-Mountainbikes auf Steilabfahrten testen. Und Christian Placzek? Den E-Mountainbike-Novizen interessiert, wie schnell man mit einem elektronisch unterstützen Mountainbike im steilen Gelände wirklich bergauf fahren kann. Für Alle ist es ein Experiment: Werden die E-Bikes den Belastungen bei Bachdurchfahrten und im rauen Terrain standhalten? Wird die Reichweite der Akkus reichen? Und: Wird das Team genügend Steckdosen finden?

LAST EXIT

Basejump
Monte Brento / 7 Min. / beech studios
mit: Maximilian Werndl, Annette Werndl, Claudia Salm, Rosenheim; von: Puria Ravahi, Rosenheim

In keiner Sportart ist die Todesrate so hoch wie beim Basejumpen und Wingsuitfliegen. Maximilian Werndl ist der Magie dieses Tuns erlegen – und schafft es, sich von der Sucht nach Adrenalin zu befreien.

Der Rosenheimer Maximilian Werndl und seine Freunde sind süchtig nach dem Kick, den sie beim Basejumpen und Wingsuitfliegen erleben. Als sie begannen, ihre Leidenschaft zu leben, waren sie zu zehnt. Inzwischen leben nur noch vier der Freunde. Alle anderen sind beim Sprung von Felsen, Gebäuden und Brücken tödlich verunglückt. In „Last Exit“ erzählt Regisseur Puria Ravahi auf leise, aber eindrucksvolle Art und Weise, wie der 29-jährige Werndl beschließt, mit dem Springen aufzuhören. Seine Mutter und seine Freundin formulieren ihre Zweifel und Ängste – und Werndl selbst kommt zu der Einsicht, dass er seine Unzufriedenheit und Gefühlskälte konfrontieren muss, um in ein neues Leben zu finden.

TELE SAX

Telemark
Alpen / 5 Min. / Whiteroom Productions
mit: Michi Trojer, Possenhofen; von: Johannes Hoffmann, Innsbruck

Dass sie einen besonderen Blickwinkel auf das alpine Geschehen haben, beweisen die Jungs der Innsbrucker Filmschmiede Whiteroom Productions immer wieder. Im Telemarker Michi Trojer haben sie einen kongenialen Partner gefunden.

In diesem Clip hofft man vergeblich auf Sonnenschein, unberührten Powder, steile Couloirs und epische Abenteuer. Stattdessen sind Sessellifte, Buckelpisten, Schnürlregen, Donkey Kong und ein Schnorchler zu sehen – ganz abgesehen von dem Saxophon, das eine den Rhythmus des Films tragende Rolle spielt. Dass man als Zuseher unweigerlich mitwippen muss, liegt aber auch an den Telemark-Künsten von Michi Trojer – obwohl diese von Regisseur Johannes Hoffmann wie eine schöne Nebensache in Szene gesetzt werden.

DAS ZWEITE LEBEN DES TAL NIV

Bergsteigen
Israel, Alpen / 27 Min. / Dauer-Bartsch-Gripentrog
mit: Tal Niv, Hinterstein; von: Tom Dauer, Valley

Ein Israeli, der Bergführer werden, und damit auch dem Leben in seiner Heimat den Rücken kehren wird. Vor dem Hintergrund des schwelenden Nahostkonflikts verliert dieser Film über Tal Niv nicht an Aktualität.

„Jahrelang stand ich an einem Scheideweg. Und ich wusste nicht, wohin ich gehen sollte.“ Mit diesen Worten beschreibt Tal Niv sein Leben nach dem Ende seiner Dienstzeit bei der israelischen Armee. Damals stand er vor der Herausforderung, sich neu erfinden zu müssen. Er begann zu reisen. Er führte ein Nomadenleben, bis er das Klettern und Bergsteigen für sich entdeckte: „Das war ein Schlüsselerlebnis. Und ich wusste, was ich mit meinem Leben anstellen wollte.“ Tal Niv fasst den Beschluss, Bergführer zu werden. Um die Ausbildung absolvieren zu können, siedelt er nach Bayern um. Und hat dabei das Gefühl, „endlich angekommen zu sein“. Regisseur Tom Dauer zeichnet das Porträt eines Suchenden, der inzwischen im Allgäu sesshaft geworden ist.

STRUKTUR – EINE SPUR IN DER KULTURLANDSCHAFT

Freeride
Arlberg / 12 Min. / Hanno Mackowitz
mit: Lorraine Huber, Sölden; von: Hanno Mackowitz, Innsbruck

Was entsteht, wenn sich ein Fotograf, ein Freerideprofi und ein
Architekturtheoretiker zusammentun? Nun, zumindest im Falle von „Struktur“ eines der spannendsten Skifilm-Experimente, seit am Arlberg Filme gedreht werden.

Dass die Alpen, wie wir sie heute kennen, ein Produkt kultureller Pflege und Bewirtschaftung sind, ist inzwischen fast schon zum Allgemeinplatz geworden. Diesen Ist-Zustand auf eine unglaublich ästhetische Art sichtbar zu machen, ist eine Kunst. Der Fotograf und Regisseur Hanno Mackowitz hat auf diese Kunst vertraut – und zusammen mit der Riderin Lorraine Huber und dem philosophierenden Architekten Peter Volgger einen Kurzfilm geschaffen, der in der großen Tradition am Arlberg gedrehter S/W-Filme steht. „Struktur“ ist vor allem ein Augenschmaus, der einen zweiten Blick und ein intensives Nachdenken verdient – darüber, wie menschliche Spuren die alpine Umwelt prägen und verändern.

SÄCHSISCHE DELIKATESSEN

Klettern
Elbsandstein / 30 Min. / Sandstone Production
mit: Peter Brunnert, Jörg Brutscher; von: Alex Hanicke, Felix Bähr

Das sächsische Elbsandsteingebirge gilt als Wiege des modernen Freikletterns. Eigentlich unglaublich, entpuppen sich manche „Sächsische Delikatessen“ für den normalen Kletterer als geradezu
ungenießbar.

Beim Geschmack scheiden sich ja bekanntlich die Geister. Was die meisten Kletterer als abschreckend empfinden, stellt für eine Handvoll sächsischer Freigeister das einzig wahre Klettern dar: besonders unzugängliche, brüchige, zugewachsene und größtenteils kaum abzusichernde Kletterwege, in denen man sich extrem schinden und fürchten muss. Kurzum, Wege also, die auf der berühmt-berüchtigten „Kotzbrockenliste“ stehen. Jörg Brutscher, gebürtiger Frankfurter, ist einer der wenigen Kletterer, die nicht nur Gefallen an derartigen Aufstiegen haben, sondern diese auch noch sammeln. Die Filmemacher Alex Hanicke und Felix Bähr haben ihn und Buchautor Peter Brunnert an einem ungewöhnlichen Klettertag begleitet

YA MAS – SNOWMADS IN GREECE

Freeride
Griechenland / 20 Min. / NINE&ONE
mit: Fabian Lentsch, Innsbruck; von: Marco Freudenreich, Mainz

Big Mountain-Skifahrer Fabian Lentsch und eine Handvoll seiner Freunde fahren in einem umgebauten Truck nach Griechenland, wo ein Jahrhundertwinter auf sie wartet.

Die Snowmads sind eine Gruppe skiverrückter Abenteurer, die in einem eigens für ihre Zwecke umgebauten Lastwagen von Spot zu Spot reisen – immer auf der Suche nach frischem Schnee und unverspurten Hängen. Kopf der Bande ist der Innsbrucker Fabian Lentsch. Seine jüngste Reise führte den 24-jährigen Freigeist nach Griechenland. Im Land der Götter finden die Snowmads tiefsten Pulverschnee, perfekte Wellen und eine nie versiegende Gastfreundschaft.

Termine / Kinos

B/O/F/F HERBSTTOUR

Herbstzeit ist Kinozeit: Aus diesem Grund zeigen wir das Programm 2018 im Oktober in Kinos,
die für ein besonderes Ambiente, eine angenehme Atmosphäre und
bayerische Gastfreundschaft stehen.

Do. 22.11.2018, Uhr: tba.

Kirchheim unter Teck

Stadtkino Kirchheim
Max-Eyth-Straße 1, 73230 Kirchheim unter Teck
Website
Telefon: 07021 / 82642

Vorverkauf Kino und Abendkasse
Preis: tba.

Stadtkino Kirchheim unter Teck

Fr. 23.11.2018, 20:00 Uhr

Weyarn

KletterZ´
Am Weiglfeld 30, 83629 Weyarn
Telefon: 08020 / 9087233

Sondervorstellung
geändertes Programm s. Website

Preis: 10.- Euro

KletterZ´

Sa. 24.11.2018, Uhr: tba.

Regen

Kino-Center Regen
Kinoweg 10, 94209 Regen
Website
Telefon: 09921 / 959513

Kino Regen

Über uns

ANDREAS PRIELMAIER

Andreas Prielmaier wohnt mit seiner Familie im oberbayerischen Hausham. Als professioneller Snowboarder fuhr er mehrere Jahre erfolgreich im Weltcup um Punkte und war zudem Vize Deutscher-Meister im Riesenslalom. Neben dem Rennfahren absolvierte er erfolgreich ein Maschinenbaustudium an der Technischen Universität in München. Vor einigen Jahren stieg der dreifache Vater von einem auf zwei breite Bretter um. Einige Expeditionen in Burma, Südamerika und Alaska, sowie Erstbefahrungen – unter anderem im südlichen Himalaya auf Skiern und mit dem Mountainbike auf dem Arctic-Circle-Trail in Grönland – zieren seine sportliche Vita. Darüber hinaus war er mehrere Jahre Chefredakteur des Ski-Magazins SNOW. Seit 2015 bringt er gemeinsam mit dem Medienpartner Münchner Merkur/tz zweimal jährlich im Wechsel die Magazine Powderdays und Singletrails heraus. Zwischen 2013 und 2016 baute Prielmaier in Deutschland die Alp-Con CinemaTour, eine Freeride Filmtour, von null auf über 50 Stopps auf und aus. Seit 2013 produziert er unter dem Label „die Freireiter“ überaus erfolgreich Freeride-Abenteuerfilme im Ski- und Mountainbike-Bereich. Die Produktionen sind auf Vorträgen und auf renommierten Outdoor-Filmfestivals zu sehen. Mehr Infos unter: www.diefreireiter.de

Photo: www.moritzattenberger.com

TOM DAUER

Tom Dauer, geboren 1969, wuchs in Mexico City und München auf. Seine Eltern lehrten ihn die Berge lieben, später verbrachte er viele Jahre rund um den Globus reisend und bergsteigend. Als Alpinist und Kletterer gelangen ihm Erstbesteigungen im Himalaya und in den patagonischen Anden. In einigen Alpenwänden konnte er Erstbegehungen realisieren. Bis heute arbeitet der Literaturwissenschaftler und Absolvent der Deutschen Journalistenschule am liebsten in den Gebirgen der Welt, weil er dort Leidenschaft und Beruf verbinden kann. Veröffentlicht Bücher zum Thema Berge, Alpinismus und Abenteuer, darunter die Standardwerke „Cerro Torre – Mythos Patagonien“ sowie „Reinhard Karl – Ein Leben ohne Wenn und Aber“. Seit zehn Jahren ist er Kolumnist des Magazins ALPIN. Als Drehbuchautor und Regisseur verantwortet Tom Dauer Dokumentarfilme, etwa über „Sechs große Nordwände der Alpen“, den „Großglockner – Berg der Berge“, den „Weg des Steinbocks“ oder eine „Skitour ins Ungewisse“. Der Kinofilm „Streif – One Hell of a Ride“ – für den er als Autor und Co-Regisseur tätig war – wurde mit der ROMY, dem Österreichischen Filmpreis, ausgezeichnet. Tom Dauer lebt mit seiner Familie auf einem Einödhof zwischen München und Alpenrand.

Photo: www.moritzattenberger.com

SANDRA FREUDENBERG

Sandra Freudenberg wuchs gemeinsam mit dem Sohn des Försters, einer Herde Damwild, Mufflons und zwei – bis drei Ponies in der Eifel auf. Fische mit den Händen fangen, Flusskrebse aufstöbern und mit nackten Füßen stundenlang durch den Wald reiten, waren ihre Freizeitbeschäftigungen im Sommer.

Noch immer treffen sich die beiden, um Beutezüge durch die Wälder zu unternehmen. Was sie mitbringen, Kaninchen oder Reh, wird auf offenem Feuer gegrillt.

Sandra zog mit 17 Jahren in die Alpen, wo sie zur Alpinisten wurde. Das hinderte sie nicht daran, später in New York zu leben.

Sie schreibt für National Geographic über die Alpen und für DuMont über die Eifel.
Die taz.Berlin veröffentlicht ihre Reportagen. Außerdem arbeitet sie als Mental- und Lerncoach. Dabei hilft sie Menschen, ihre Ziele zu finden und Freude am Lernen zu entwickeln.

Kontakt

Projektmanagement:
Sandra Freudenberg
Nell und Freude GmbH
+49 173 57 97 622
Herausgeber und künstlerische Leitung:
Andreas Prielmaier, www.diefreireiter.de
+49 179 45 37 736
Tom Dauer
+49 170 814 55 07

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